Die strukturelle Unterfinanzierung der Universität Greifswald durch das Land Mecklenburg-Vorpommern spitzt sich weiter zu, da der Hochschule in den kommenden Jahren Einsparungen in Höhe von rund 7 Millionen Euro jährlich drohen. Der Sparzwang hat bereits zu ersten Einschreibestopps in Studiengängen geführt, Einschränkungen in Bibliotheken stehen unmittelbar bevor. Um gegen diese Entwicklung und die drohende Verschlechterung der Studienbedingungen zu protestieren, gingen heute zahlreiche Studentinnen und Studenten in Greifswald auf die Straße.
Der Vorsitzende des RCDS Greifswald, Paul Schakau, erklärt: „Die angekündigten Sparmaßnahmen sind inakzeptabel. Sie führen zu Qualitätseinbußen in Forschung und Lehre. Die Universität ist Innovationsmotor und Ausbildungsstätte für dringend benötigte Fachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern. Um diese Zukunftsressource zu sichern, braucht es eine langfristig zuverlässige und auskömmliche Finanzierung. Schon heute arbeiten viele Beschäftigte der Universität an ihrer Kapazitätsgrenze. Ich erwarte vom Land endlich klare und verlässliche Zusagen, statt weiter den Rotstift anzusetzen.“
Der stellvertretende Vorsitzende des RCDS Greifswald, Jakob Kelichhaus, ergänzt: „Die Universität Greifswald ist weit mehr als nur Arbeitgeber und Forschungsstandort. Sie ist von zentraler Bedeutung für Kultur und internationale Vernetzung, an der Uni Greifswald wird Demokratie gelebt! Das gesellschaftliche Leben, die Kultur, der Sport und die Wirtschaft der Region werden maßgeblich dadurch geprägt, dass jedes Jahr zahlreiche junge Menschen zum Studium nach Greifswald kommen.“
Die Generalsekretärin der CDU Mecklenburg-Vorpommern, Katy Hoffmeister, erklärt: „Die rot-rote Landesregierung betreibt mit ihrer Kürzungspolitik Sabotage an der Zukunft unseres Landes – das schon seit Jahren und entgegen aller Warnungen. Es ist absolut inakzeptabel, dass die berechtigten Sorgen der Betroffenen vor Ort von zuständigen Ministerium immer wieder kleingeredet werden. Die Landesmittel für die Hochschulen müssten um mindestens 20 Prozent erhöht und die akademische Selbstverwaltung durch eine Reform des Landeshochschulgesetzes gestärkt werden. Es braucht verstärkte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und regionaler Wirtschaft durch neue Kooperationsprojekte sowie die gezielte Erleichterung von Ausgründungen. Vor allem aber braucht es bessere Studienbedingungen, etwa durch flexible Studienmodelle, den Ausbau von Wohnheimen und den Wegfall der Zweitwohnsitzsteuer für Studentinnen und Studenten.“
